Was ist Skonto und wie wird es berechnet?
Der Begriff Skonto (aus dem Italienischen sconto für Abzug oder Rabatt) bezeichnet einen prozentualen Preisnachlass, den ein Lieferant oder Dienstleister seinem Kunden gewährt, wenn die Rechnung innerhalb einer bestimmten, verkürzten Zahlungsfrist beglichen wird.
Im kaufmännischen Geschäftsverkehr (B2B) sowie bei Handwerkerrechnungen im B2C-Bereich ist die Zahlungsbedingung „Zahlbar innerhalb von 10 Tagen mit 2 % Skonto, innerhalb von 30 Tagen rein netto“ eine weit verbreitete Standardklausel.
Überweisungsbetrag = Rechnungsbetrag - Skontobetrag
Das Geheimnis des effektiven Jahreszinses bei Skonto
Auf den ersten Blick wirken 2 % oder 3 % Skonto wie ein überschaubarer Preisnachlass. Aus finanzmathematischer Sicht ist Skonto jedoch einer der lukrativsten Zinsvorteile in der gesamten Wirtschaftswelt. Um den Skontoabzug mit Bankkrediten oder Festgeldanlagen vergleichen zu können, muss er auf ein ganzes Jahr (360 Zinstage nach deutscher Zinsmethode) hochgerechnet werden.
Ein Rechenbeispiel aus der Praxis
Betrachten wir eine Rechnung über 10.000 Euro mit 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen oder netto innerhalb von 30 Tagen:
- Der Kunde spart sofort 200 Euro (zahlt also nur 9.800 Euro).
- Er bezahlt die Rechnung dafür 20 Tage früher als vertraglich zwingend nötig (30 Tage minus 10 Tage).
- Für diesen 20-tägigen Zeitraum erhält der Kunde eine Rendite von 2 %.
- Auf das Jahr hochgerechnet:
(2 % × 360) / 20 Tage = 36,0 % p.a.!
Lohnt sich Skonto mit einem Kontokorrentkredit?
Viele Finanzverantwortliche in mittelständischen Unternehmen zögern, Skonto zu ziehen, wenn das Girokonto im Soll steht. Dies ist jedoch ein gravierender betriebswirtschaftlicher Fehler :
Ein geschäftlicher Kontokorrentkredit (Überziehungskredit) bei einer deutschen Bank kostet typischerweise zwischen 8 % und 12 % Zinsen im Jahr. Wenn das Ausnutzen des Skontos einer Jahresrendite von 36 % bis über 70 % entspricht, ist die Differenz ein reiner Reingewinn für das Unternehmen!
Selbst wenn Sie Ihre Kreditlinie bei der Bank für 20 Tage in Anspruch nehmen müssen, übersteigen die gesparten Skonto-Euros die anfallenden Überziehungszinsen um ein Vielfaches.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wird Skonto vom Brutto- oder Nettobetrag abgezogen?
Im geschäftlichen Alltag zieht der Kunde den Skontobetrag vom Bruttorechnungsbetrag (inklusive Umsatzsteuer) ab. In der Buchhaltung muss anschließend eine Korrektur der Vorsteuer (beim Käufer) bzw. der Umsatzsteuer (beim Verkäufer) gemäß § 17 UStG vorgenommen werden.
Besteht ein rechtlicher Anspruch auf Skonto?
Nein. Skonto ist eine freiwillige vertragliche Vereinbarung. Ein Anspruch besteht nur, wenn Skonto explizit auf der Rechnung, im Angebot oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Verkäufers ausgewiesen ist. Ein eigenmächtiger Abzug ohne Vereinbarung stellt einen Zahlungsverzug über den Differenzbetrag dar.